Warum unterstützte ich dieses Projekt ?

Mein Name ist Frank Clausen, Afrika-Fan und beruflich im EDV-Bereich zu Hause. Mein Interesse und meine inzwischen vorhandene innige Liebe für das südliche Afrika entstand mehr durch einen Zufall oder besser durch eine Schicksalsfügung! Unsere Firma eröffnete Mitte 2006 in Johannesburg (Südafrika) ein Büro und ich konnte / sollte / durfte mich um die entsprechenden Infrastrukturmaßnahmen kümmern. Für ein verlängertes Wochenende machte ich den Vorschlag, in einen „Tierpark“ zu fahren und uns doch auch mal Tierchen ohne Zäune im direkten Umfeld anzusehen. Wir fuhren in den Pilanesberg National Park und ich war so schwer begeistert und beeindruckt, dass ich bereits 3 Monate später für einen 3-wöchigen Jahresurlaub nach Afrika zurückkehrte. Aus verschiedenen Gründen entschied ich mich damals für Namibia. Diese Entscheidung habe ich bis heute nicht bereut und fahre seitdem jedes Jahr ins südliche Afrika.
Warum unterstützte ich dieses Projekt in Namibia oder warum engagiere ich mich überhaupt in diesem Bereich? Wenn ich einen Spendenaufruf im TV sehe oder im Radio höre, frage ich mich zumeist und zuerst, wo wird und wird mein Spendengeld tatsächlich ankommen? Ein weiterer Gedanke, den ich im Umfeld mit Spenden generell habe, ist das Ziel. Wofür wäre ich denn überhaupt bereit eine Spende abzugeben? Erdbeben oder andere Naturkatastrophen sind dabei für mich zunächst ausgenommen, weil diese Sondersituationen sind, die auch einer speziellen Beurteilung unterliegen. Eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen wäre natürlich eine sehr gute Möglichkeit – bleibt vermutlich aber in den meisten Fällen eher auch sehr anonym. Allgemeine Spenden für Kinder in Drittländer oder für Medikamente sind natürlich auch gute Ideen.Den Grundgedanken, z.B. eine Patenschaft für ein Kind irgendwo in der Welt zu übernehmen, den haben bestimmt viele Menschen. Die Sicherheit und das Vertrauen aber zu haben, dass die ‚Spende‘ auch wirklich an der richtigen Stelle ankommt, ist eine große Herausforderung und bisher bei mir auch die Hemmschwelle gewesen, überhaupt etwas Nachhaltiges zu unternehmen.

Kleinere Spenden zu verschiedensten Anlässen und Themen habe ich über die Jahre immer wieder platziert, aber doch vermutlich nur für ein gutes oder besseres Gewissen, aber eine Nachhaltigkeit hat sich dabei nie eingestellt. Ich habe Interesse daran, nicht nur ‚Gutes‘ zu tun, sondern auch die Möglichkeit zu bekommen, mitzuverfolgen und zu begleiten, wie sich das ‚Gute‘ entwickelt.Während eines Urlaubs in Namibia im Jahre 2010 hatte ich das Glück, Catherine und Tony kennenzulernen. Die beiden nahmen sich viel Zeit, um mir die Idee und Hintergründe für das Projekt nachhaltig zu erläutern. Ich brauchte nicht lange, um für mich zu entscheiden, dass dieses Projekt genau das ist, wonach ich immer gesucht hatte. Ich habe unmittelbar nach Rückkehr aus dem Urlaub begonnen, mich für dieses Projekt einzusetzen. Ich konnte sehr kurzfristig einige Spendengelder vermitteln, die dem Projekt schnell weitergeholfen haben. Denn mit diesen Mitteln konnten ausstehende Materialien und andere Bereiche der Grundversorgung bedient werden. Mein Eindruck und meine Überzeugung für dieses Projekt war, dass es eine Unterstützung verdiente, weil hier mehr gefördert wurde, als – ohne Wertung – Kinder / Menschen oder Maßnahmen gegen Krankheiten zu unterstützen. Bei diesem Projekt wurde ganzen Familien geholfen, sich selbst zu versorgen und nicht länger auf Fördermaßnahmen angewiesen zu sein!!! Ich habe die Ausbilder selbst kennengelernt und war im regelmäßigen Austausch mit ihnen. Wenn ich in Namibia im Urlaub war, besuchte ich auch immer das Garden Café und machte mir selbst einen Eindruck vom aktuellen Stand des Projektes. Zusätzlich bestand ein Netzwerk mit Freunden und Förderern dieses Projektes, über das sich auch ausgetauscht wurde. Unter anderem wurde darüber mitgeteilt, wer als nächstes nach Namibia reiste, um Kleidung oder andere Hilfsmittel mit auf den Weg zu bringen.

Anfang September 2011 war ich in Namibia und habe dabei auch die Chance genutzt, das ‚Garden Café‘ in Okahandja zu besuchen. Ich konnte mich dabei vor Ort davon überzeugen, wie gut dieses Projekt tatsächlich funktioniert und angenommen wird. Die 5 Interviews, die ich mit erfolgreichen Absolventen der Klassen 1 und 2 geführt habe, habe ich auch hier auf dieser Homepage eingestellt. Auf mich wirkten die ehemaligen Studenten wirklich sehr authentisch und ehrlich dankbar dafür, welche Chance dieses Projekt ihnen und ihrem Leben gegeben hat. Sie werben alle in den Interviews dafür, dass dieses Projekt fortgeführt und damit noch vielen Menschen in einer ähnlichen Situation geholfen werden kann. Diese jungen Menschen wirkten wirklich glücklich und zufrieden auf mich. Sie sind offensichtlich mit dem Job und dem damit verbundenen Einkommen sehr zufrieden und haben inzwischen vereinzelt Ambitionen für weiterführende Tätigkeiten, weil ihnen das dort Gelernte diese Selbstsicherheit gibt. Ich fühlte mich durch diesen gewonnenen Eindruck weiterhin bestätigt und motiviert, hier auf das richtige und für mich nachhaltige Projekt gesetzt zu haben. Ich bemühte mich danach noch intensiver, um Spenden für dieses großartige Projekt zu sammeln.

Im Juni 2012 war ich erneut in Namibia und natürlich auch wieder mehrere Stunden verteilt über 2 Tage im ‚Garden Café‘. Es hat sich schon wieder so viel in Okahandja verändert. Die Details dazu sind so umfangreich, dass ich dafür einen eigenen Artikel im Blog geschrieben habe. Beim Besuch sind wieder 8 neue Interviews mit den Studenten, 2 Songs der Garden Café All Stars und ein sehr umfangreiches und interessantes Interview mit den Betreibern auf Video gebannt worden. Ich habe wieder so viele neue, positive und nachhaltige Eindrücke mitgenommen, die mich, obwohl gar nicht nötig, noch mehr motiviert haben, meine Aktivitäten für das Projekt und vor allem für die Menschen weiter zu intensivieren.

Im Dezember 2012 dann nur ein kurzer Besuch im Cafe. Kurz vor Weihnachten bis ins neue Jahr wird geschlossen, weil hier dann keine wirkliche Saison und die Besucher ausbleiben. Ich hatte für die Mitarbeiter eine kleine Spende im Gepäck, weil ja auch während der freien Zeit keine Gehälter gezahlt werden. Dies kam bei den Mitarbeitern sehr gut an, obwohl dort eine wirkliche Freude nicht so sichtbar ist und nach außen gezeigt wird, liegt in der Mentalität. Catherine und Tony waren gar nicht mehr hier, sind schon über die Jahreswende zurück nach Amerika gereist. Es war aber schon hier für mich grob absehbar, dass eine Veränderung eintreten würde.

Im Juli 2013 war ich dann bisher ein letztes Mal im Garden Cafe. Ich traf nur auf Anthony, Catherine war aus familiären Gründen in den Staaten und Tony litt doch sehr unter der Trennung. Er stellte kurz sein neues Konzept und die möglichen neuen treibenden Kräfte für das Cafe vor. Es hörte sich zwar zunächst nur nach einer kurzen Pause der beiden an, aber die Realität war dann doch eine andere. Krankheitsbedingt sind die beiden dann in den Staaten geblieben. Die bisherigen Unterstützer waren und sind weiter aktiv, aber die ehemaligen Begründer und Betreiber sind nicht mehr vor Ort.

Es war für mich ein großartiges Projekt, als Einstieg in eine spezielle Unterstützung und Förderung hilfsbedürftiger Menschen und ich möchte es nicht missen. Ich konnte hier gut unterstützen und wirklich Menschen direkt helfen. Das Feedback der betroffenen Personen hat dabei eine ganz wichtige Rolle gespielt und ich würde so etwas immer wieder machen. Es war eine tolle Zeit, aber durch die massiven Veränderungen habe ich mich von diesem Projekt zurückgezogen und suche jetzt eine neue Aufgabe.

Danke an dieser Stelle an alle für das erbrachte Vertrauen und die Unterstützung der Menschen in Okahandja.

 

Informationen zum Garden Café als Downloads
ohne Videos (1 MB) mit Videos (50 MB)
Download ohne Videos Download mit Videos

 

1 Kommentar zu Warum …

  • Veronika Grunwald

    Hallo Frank.

    Die Frage, wie man Gutes tun kann und die Welt ein bißchen besser machen kann, beschäftigt wohl jeden von uns irgendwann einmal.
    Ich versuche auch immer Projekte zu finden, die einem das Gefühl geben, NACHHALTIG etwas zu verändern. Bisher ohne großen Erfolg…
    Wenn Spendenaktionen laufen, gibt man einmalig Geld und dann wars das wieder. Wo ist mein Geld hin? Was ist wirklich angekommen? Jedes Jahr das gleiche. Man resigniert irgendwann und überlegt, ob das wirklich sinnvoll ist.

    Und jetzt komme ich auf Deine Seite! Und ich bin dankbar.
    Mir fällt es auch leicht, daran zu glauben, weil ich Dich kenne und Dir voll und ganz vertraue.
    Das Projekt gefällt mir! Genau das braucht die Welt, nachhaltige Veränderungen und Chancen das eigene Leben in den Griff zu bekommen. Nur so kann es funktionieren.

    Ich werde meinen Arsch jetzt in Bewegung setzen und versuchen, Geld aufzutreiben und zu helfen.

    Vielen Dank für diese tolle Möglichkeit.

    Du hörst bald von mir.

    Liebe Grüße aus Bayern, Vroni

    P.S.: Wunderschöne Fotos und Filme. Da kommt man ins träumen…