1. Tag - Hamburg-Fuhlsbüttel - Frankfurt

Und wieder geht es los… Leider müssen wir uns zunächst mit den bürokratischen Hürden der Gepäckbeförderung auseinandersetzen. 1 Gepäckstück pro Person bis max. 23 kg bei der Lufthansa. Wir haben aber zusätzlich noch ein relativ leichtes Stativ, welches aber automatisch ein 2. Gepäckstück ist. Wir bekommen ein letztes Mal die kostenneutrale Mitnahme durch die Lufthansa, weil wir versichern, dass Air Namibia uns insgesamt 46 kg an Gepäck zugesagt hat, unabhängig von der Anzahl der Gepäckstücke. Dann aber der bekannte Weg von Hamburg-Fuhlsbüttel zunächst nach Frankfurt. Der Airbus A321 ist nicht wirklich voll besetzt, aber doch sehr gut besucht. Wir sitzen jeweils auf einem Gangplatz in der Reihe 29 und haben das Glück, dass die mittleren Plätze freibleiben. In Frankfurt am Terminal 1 angekommen, ab in Richtung Ausgang – wir benötigen noch Blumen vom Flower-Terminal. Ein Tipp muss noch erlaubt sein: Wer eine direkte Verbindung zum Terminal 2 möchte, geht einfach zum Gate 15/17, um dort in den Fahrstuhl Richtung Himmel zu steigen. Hier ist eine Station der Skyline, die die Terminals verbindet. Hoch zum Level 4 und rein in die Bahn. 2 Stationen später im Terminal 2 D/E raus aus dem Zug, 2-3 Rolltreppen Richtung Wasserspiegel und geradewegs hin zum Air Namibia Schalter. Derzeit gelegen an den Positionen D880-899.

Nachdem wir uns im Terminal 1 mit Blumen (mit geringfügigem Flughafenaufschlag) versorgt haben, sind wir auch zur Skyline und rüber zum Terminal 2. Wie immer freundliches Servicepersonal. Die Premium-Economy war offensichtlich bisher nicht besonders gefragt, wir können uns die Plätze aussuchen. Kosten: 275,00 € one way und pro Person, aber es gibt dort eben wesentlich mehr Platz, etwas mehr Ruhe und die Chance auf Schlaf. Das Essen ist identisch mit der Economy, aber eben der Platz, eigener großer Tisch und Bord-TV machen den Unterschied. Wenn schon Upgrade, dann aber auch richtig. Die Premium Economy besteht aus 2 Reihen à 6 Sitzen, es sind die Reihen 10 und 11. Dennoch ist hier die Reihe 11 deutlich zu favorisieren. In Reihe 10 ist der Abstand zur Wand deutlich geringer als in Reihe 11 zur Reihe 10 und die Gangplätze sind hier auch wirklich Gangplätze. Sprich, wenn das Bedienpersonal mit den Servicewagen vorbeischreitet, dann bekommt man dies durchaus mit, da sich der Gang durch die breitere Bestuhlung zur Flugzeugmitte hin verschiebt.

Nun haben wir zwar die guten Plätze 11 A/C am Fenster und Gang (diese sind auch sehr zu empfehlen, weil hier die Chance auf den namibischen Sonnenaufgang besteht), aber leider müssen wir erfahren, dass die Maschine aus Windhoek noch gar nicht in Frankfurt ist und deshalb bereits jetzt eine Verspätung von 90 Minuten zu veranschlagen sei. Der Grund für die Verspätung ist eine ungeplante Verlängerung der C-Inspektion einer der beiden Maschinen bei der Lufthansa in Frankfurt. Dadurch würde die übriggebliebene A340 tägliche hin und her fliegen, sodass es dann auch mal zu Verzögerungen kommen kann. Nur dies war nicht unbedingt die wirkliche Realität. Recherchen auf der Homepage der Allgemeinen Zeitung Namibia haben schnell ergeben, dass dem wohl doch eher nicht so ist, sondern, dass um diese Inspektion herum, jeweils 9 Flüge je Richtung komplett storniert wurden. Dies bedeutet für uns: Glück! Denn die Flüge gestern und morgen sind gestrichen, aber unser findet eben statt. Wie auch immer, unser Flug soll ja jetzt gegen 21:30 Uhr starten. OK, damit haben wir dann mehr Zeit für eine Besichtigung des Terminal 2 und bleiben dann wie jedes Jahr wieder bei McDonalds auf dem Food-Court hängen. Dies hat dann aber den Vorteil, dass wir das einzig verbliebene Air Namibia Flaggschiff um 19:59 Uhr beim Landen bewundern dürfen.Zu diesem Zeitpunkt ist die Verspätung aber weiter angestiegen und wir sind jetzt schon bei 21:45 Uhr.

Von Frankfurt geht es dann weiter nach Windhoek, der Hauptstadt Namibias, schneller geht es einfach nicht. Eine andere Route über Johannesburg ist nicht so unsere favorisierte Strecke. Diese dauert natürlich länger, dafür sollte aber der Langstreckenjet vermutlich wesentlich neuer und moderner sein, gerade wenn man mit dem neuen A380 der Lufthansa fliegt. Aber man kann eben nicht alles haben. Man fliegt also mit einer A340-300 der Air Namibia. Davon gibt es derzeit noch 2 Stück, für den täglichen Wechsel. Die beiden Maschinen sind seit 11/2005 bzw. 09/2006 für Air Namibia in Betrieb und kommen von der Lufthansa. Wenn man den Registrierungen glauben schenken kann, dann sind die Ursprünge dieser Flugzeuge aus dem Jahre 1994 und erster Betreiber war damals die Air France. Wie auch immer, seit dieser Übernahme wurde vermutlich nicht sehr viel gemacht, die Teile müssen eben Geld generieren. Aber wie immer, meckern auf hohem Niveau. Sind doch nur knapp 10 Stunden in dieser Blechummantelung mit leicht duchgesessenen Sitzen und eben nicht so viel Komfort wie in neueren Flugmaschinen. Wie wir dann aber später erfahren haben, tauscht Air Namibia diese Fluggeräte offensichtlich Anfang 2013 durch fast neue A330-300 aus. Laut Information von Air Namibia eine günstige Gelegenheit, denn diese Flugzeuge sollen weniger als 2 Jahre alt sein und verbrauchen weniger Treibstoff, weil neuer und nur durch 2 Triebwerke angetrieben.

Die Aussicht bei McDonalds auf den Airport ist durchaus empfehlenswert. Je nachdem, welche Bahnen in Betrieb sind, kann man hier schon einiges sehen. Der Gang durch die Passkontrolle verläuft schnell und reibungslos. Zum ersten Mal seit langer Zeit muss mein Fotorucksack dieses Mal nicht den Sprengstofftest bei der Security Kontrolle mitmachen. Hin zum Gate und einen der wenigen Plätze im Bereich suchen, der mit Strom ausgerüstet ist. Akku der Einfachkamera und meines Netbooks laden ist hier der Plan. Boarding beginnt gegen 21:00 Uhr. Zuerst Familien mit Kindern, gefolgt von der Business und Premium Econony Class (aber nicht wir, die Akkus sind noch nicht voll) und dann Reihenblöcke von hinten nach vorne der Economy. 22:16 Uhr – trotz zeitnahem Ablegen vom Gate dann doch noch eine knappe Verspätung.

Und dann doch: die gesamte Premium Economy ist voll – bis auf einen Platz. Der Vogel wird für mein Empfinden immer unansehnlicher. Die Sitzmöbel sind nach so vielen Jahren natürlich nicht mehr so bequem wie am ersten Tag. Die Bedienung des Sitzes ist soweit OK und funktioniert auch. Einen Willkommenstrunk gibt es heute nicht, vielleicht der Verspätung oder unserem späten Eintreffen geschuldet. Nach dem Start dann aber Rotwein, Wasser und Windhoek Lager – alles kein Problem. Aber auf die Frage nach Amarula auf Eis nur ein erschrockenes Gesicht von Julio mit dem Kommentar: „Keine weiteren Alkoholika außer Wein und Bier seit Ende 2011“. Wirklich sehr schade, weil der Amarula an Bord bisher für uns immer den Urlaub wirklich eingeleutet hatte. Check der Einkaufsmöglichkeiten (Duty Free): Die vorhandenen Zigaretten, auch Marlboro Gold, kosten alle 25 US$ oder derzeit 17,50 €. Zum Essen gibt es Dreierlei von Beef, Fisch oder Chicken. Marianne lässt sich das Chicken mit Nachtisch servieren – nur für Fotozwecke – nicht zum Essen. Ich verzichte, gebe Marianne das nötige Kleingeld für den späteren Duty- Free-Einkauf und mach es mir bequem. Ohrenstöpsel rein und Gute Nacht….